Die Analysen · 1 Auswertung · Stand 1995–2023
Beschäftigung und Wertschöpfung, 1995 bis 2023
Was erwirtschaftet der Tourismus je Arbeitsplatz?
Wertschöpfung je Beschäftigtem, gegen den Landesdurchschnitt
ISTAT Territorialrechnung · ISTAT BeschäftigungHundert heißt: Dieser Wirtschaftszweig erwirtschaftet je Beschäftigtem genau den Landesdurchschnitt. Darunter heißt: weniger Wertschöpfung je Kopf, also mehr Arbeit je Euro. Beide Figuren rechnen real — auf verketteten Volumen mit Referenzjahr 2020.
Relative Wertschöpfung je Beschäftigtem, 1995 gegen 2023
Anteil an der Wertschöpfung ÷ Anteil an der Beschäftigung × 100, real gerechnet. Offener Punkt: 1995. Voller Punkt: 2023.
- «Grundstücks- und Wohnungswesen» liegt weit über allen anderen und ist kein Messfehler: Der Posten enthält die unterstellten Mieten selbstgenutzten Wohneigentums, denen keine Arbeit gegenübersteht. Er sagt über Produktivität im üblichen Sinn nichts und ist deshalb aus der Figur genommen; in der Wertetabelle steht er. Im Nenner «Landesdurchschnitt» steckt er weiterhin — ohne ihn läge der Tourismuszweig durchgehend höher.
- Personen, keine Stunden. Teilzeit und Saisonverträge senken die Wertschöpfung je Person, ohne dass sie je Stunde niedriger sein muss — und für die Provinz führt die Reihe keine Stunden.
- Höher ist nicht besser: Ein kapitalintensiver Zweig braucht je Euro weniger Arbeit, ein arbeitsintensiver mehr. Die Figur misst das Verhältnis, nicht die Güte.
Rechenweg
(reale Wertschöpfung des Zweigs ÷ reale Wertschöpfung insgesamt) ÷ (Beschäftigte des Zweigs ÷ Beschäftigte insgesamt) × 100
- Eingangswerte
- ISTAT, Conti economici territoriali (verkettete Volumen, Referenzjahr 2020) und Occupazione provinciale, Provinz Bozen, 1995 und 2023
- Verfahren
- Verkettete Volumen und nicht laufende Preise: Ein Vergleich zweier Jahre in laufenden Preisen enthält die Preisentwicklung, und die lief in diesem Zweig deutlich anders als im Landesmittel (Faktor 2,40 gegen 1,82 zwischen 1995 und 2023). Die Anteilszahlen im Befund darunter bleiben dagegen in laufenden Preisen — Anteile addieren sich nur dort auf hundert. Beide Reihen stammen aus derselben Gesamtrechnung, derselben Edition und derselben Zweiggliederung; das Beschaffungsskript bricht ab, wenn die Gliederungen auseinanderlaufen oder die Verkettung ihr Referenzjahr wechselt.
Werte als Tabelle
| Wirtschaftszweig | 1995 | 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Grundstücks- und Wohnungswesen | 1.621 % | 1.549 % | −72 Pkt. |
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | 204 % | 333 % | +129 Pkt. |
| Öffentliche Verwaltung und Verteidigung | 108 % | 134 % | +26 Pkt. |
| Bergbau, Industrie, Energie, Wasser | 115 % | 122 % | +7 Pkt. |
| Verkehr und Lagerei | 81 % | 109 % | +27 Pkt. |
| Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen | 144 % | 107 % | −38 Pkt. |
| Information und Kommunikation | 145 % | 93 % | −52 Pkt. |
| Bau | 64 % | 89 % | +26 Pkt. |
| Handel | 92 % | 83 % | −9 Pkt. |
| Beherbergung und Gastronomie | 87 % | 78 % | −9 Pkt. |
| Land- und Forstwirtschaft, Fischerei | 62 % | 69 % | +7 Pkt. |
| Gesundheits- und Sozialwesen | 64 % | 69 % | +5 Pkt. |
| Erziehung und Unterricht | 99 % | 65 % | −34 Pkt. |
| Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen | 81 % | 57 % | −24 Pkt. |
| Kunst, Unterhaltung und Erholung | 50 % | 55 % | +5 Pkt. |
| Sonstige Dienstleistungen | 74 % | 52 % | −22 Pkt. |
| Private Haushalte als Arbeitgeber | 34 % | 19 % | −15 Pkt. |
QuelleISTAT Territorialrechnung · ISTAT Beschäftigung · Eigene Berechnung · nicht öffentlich · 1995 und 2023
Der Weg zwischen den Endpunkten
Beherbergung und Gastronomie gegen den Landesdurchschnitt, Wertschöpfung je Beschäftigtem in laufenden Preisen, 1995 bis 2023. 100 % wäre der Durchschnitt.
Achse beginnt bei 70, nicht bei null.
- Nicht monoton: Der Wert steigt bis um 2000, fällt bis 2010 und liegt seither weitgehend flach. Jede Aussage über «den Rückgang» hängt an der Wahl der beiden Jahre.
- Ein niedrigerer Wert heißt nicht «schlechter»: Ein arbeitsintensiver Zweig braucht je Euro mehr Menschen. Und Stunden zählt die Reihe nicht.
Rechenweg
Wertschöpfung des Zweigs je Beschäftigtem ÷ Wertschöpfung des Landes je Beschäftigtem × 100, je Jahr, in laufenden Preisen
- Eingangswerte
- wertschoepfung-branchen.json, Block «jahre»; beschaeftigung-branchen.json, Maß «ps».
- Verfahren
- Laufende Preise, weil in einem Jahr zwei verschiedene Zweige verglichen werden. Verkettete Volumen bewerten jedes Jahr zu Preisen von 2020 und taugen dafür nicht — sie beantworten die Frage der Figur darunter.
Werte als Tabelle
| Jahr | Zweig gegen Landesdurchschnitt |
|---|---|
| 1995 | 87 % |
| 1996 | 89 % |
| 1997 | 90 % |
| 1998 | 102 % |
| 1999 | 94 % |
| 2000 | 99 % |
| 2001 | 90 % |
| 2002 | 93 % |
| 2003 | 95 % |
| 2004 | 93 % |
| 2005 | 90 % |
| 2006 | 88 % |
Weitere 17 Zeilen stehen im Datensatz. Alle Datensätze als CSV.
QuelleISTAT Territorialrechnung · ISTAT Beschäftigung · Eigene Berechnung · nicht öffentlich · 1995–2023
Real, jede Reihe mit sich selbst verglichen
Wertschöpfung je Beschäftigtem, verkettete Volumen zu Preisen von 2020, 1995 = 100. Der Zweig fällt, das Land steigt.
Achse beginnt bei 60, nicht bei null.
- Verkettete Volumen sind nicht additiv: Die Summe der Zweige trifft die Gesamtreihe nicht. Deshalb wird hier keine Reihe durch eine andere geteilt.
- Beschäftigte, nicht Stunden. Ein Zweig, dessen Teilzeitanteil steigt, verliert hier auch dann, wenn die Leistung je Stunde gleich bleibt.
Rechenweg
(Volumen je Beschäftigtem im Jahr t) ÷ (Volumen je Beschäftigtem 1995) × 100, je Reihe getrennt
- Eingangswerte
- wertschoepfung-branchen.json, Block «volumen»; beschaeftigung-branchen.json, Maß «ps».
- Verfahren
- Verkettete Volumen vergleichen eine Größe mit sich selbst über die Zeit — genau das tut diese Figur. Weil keine Reihe durch eine andere geteilt wird, spielt es keine Rolle, dass verkettete Volumen sich nicht zur Gesamtsumme addieren.
Werte als Tabelle
| Jahr | Zweig | alle Zweige |
|---|---|---|
| 1995 | 100 | 100 |
| 1996 | 102 | 101 |
| 1997 | 101 | 98 |
| 1998 | 115 | 102 |
| 1999 | 101 | 99 |
| 2000 | 107 | 102 |
| 2001 | 95 | 102 |
| 2002 | 95 | 100 |
| 2003 | 97 | 101 |
| 2004 | 95 | 102 |
| 2005 | 91 | 101 |
| 2006 | 89 | 103 |
Weitere 17 Zeilen stehen im Datensatz. Alle Datensätze als CSV.
QuelleISTAT Territorialrechnung · ISTAT Beschäftigung · Eigene Berechnung · nicht öffentlich · 1995–2023
Der Befund
Beherbergung und Gastronomie stellen 15,1 % der Beschäftigten und 11,8 % der Wertschöpfung — Anteile in laufenden Preisen, weil sich nur die auf hundert addieren.
Je Beschäftigtem sind das 78 % des Landesdurchschnitts. 1995 waren es 87 %. Der Zweig lag in beiden Jahren darunter und ist weiter zurückgefallen — um 9 Punkte über 28 Jahre.
Real ist mehr passiert als ein Zurückfallen. Die Wertschöpfung je Beschäftigtem ist in diesem Zweig zwischen 1995 und 2023 nicht langsamer gewachsen — sie ist gefallen, auf das 0,74-fache. Im Land zusammen stieg sie auf das 1,09-fache. Das sind −32 % relativ, und das ist die Zahl, für die verkettete Volumen gemacht sind.
Wie belastbar
Welche Bewertung wofür — diese Seite hat es zweimal falsch gemacht. Ein Vergleich zweier Zweige in einem Jahr gehört in laufende Preise; die Entwicklung einer Reihe über die Zeit gehört in verkettete Volumen. Die Seite rechnete erst beides nominal, dann beides real. Die reale Fassung dieser Verhältniszahl ergäbe für 1995 117 % statt 87 % — der Zweig sähe so aus, als hätte er über dem Landesdurchschnitt gelegen. Er hat nie.
Der Grund ist der Sinn der Verkettung: Sie bewertet die Mengen jedes Jahres zu den Preisen von 2020. Ein Zweig, dessen Preise seither unterdurchschnittlich gestiegen sind, bekommt seine alten Mengen dadurch zu hoch bewertet. Zwei weitere Anzeichen standen die ganze Zeit da: Die Anteile der verketteten Volumen addieren sich 1995 auf 102,77 % statt auf 100 — verkettete Volumen sind nicht additiv — und die 100er-Linie war deshalb nur im Referenzjahr wirklich der Landesdurchschnitt.
Der Befund hängt nicht am Nenner. Je Arbeitsverhältnis statt je Person gerechnet kommen 77 % heraus statt 78 % — und 109 % statt 87 % im Anfangsjahr. Beide Maße zeigen dieselbe Richtung.
Zwei Endpunkte aus 29 Jahren sind eine Auswahl. Die zweite Figur zeigt den Weg dazwischen, und er ist nicht monoton: Der Wert steigt bis um 2000, fällt bis 2010 und liegt seither weitgehend flach. Wer andere Jahre wählt, bekommt eine andere Zahl.
Aber Stunden zählt die Reihe nicht. Teilzeit und Saisonverträge senken die Wertschöpfung je Person, ohne dass sie je Stunde niedriger sein muss — und gerade in der Beherbergung ist beides häufig. Eine Stundenreihe je Zweig liegt für die Provinz nicht vor; damit bleibt offen, wie viel des Abstands Arbeitszeit ist. Und «niedriger» heißt nicht «schlechter»: Ein arbeitsintensiver Zweig braucht je Euro mehr Menschen. Das ist eine Eigenschaft der Tätigkeit, keine Wertung.
Woher die Daten kommen: Wirtschaft unter «Die Daten» — dort stehen die Reihen selbst, mit Erheber, Stichtag und Grenze. Das Verzeichnis aller Quellen steht im Register. · Alle Auswertungen